Passau – Kürzlich besuchte die niederbayerische Bundestagsabgeordnete Nicole Bauer gemeinsam mit dem örtlichen Vorsitzenden der Jungen Liberalen, Sebastian Prüm, die Sparkasse Passau.

In dem Gespräch mit dem Bezirksobmann der niederbayerischen Sparkassen, Christoph Helmschrott, standen zunächst die neuen EU-Taxonomie-Richtlinien im Fokus. Taxonomie – also der Rahmen zur Beurteilung von Wirtschaftstätigkeiten und damit ein essentieller Bestandteil von Investitionsverfahren. Bauer stellte dabei klar, dass aus ihrer Sicht „weder Politik noch Institute entscheiden dürfen, was die korrekte, richtige Technologie ist.“ Dies sei vielmehr Aufgabe der Ingenieure und Unternehmer, stellte die Abgeordnete, selbst von Beruf Wirtschaftsingenieurin, klar. Besonderes Interesse zeigte sie auch an dem Zusammenhang von Militärtechnik und Taxonomie, denn „Wir müssen angesichts der geopolitischen Lage verteidigungsfähig werden.“ Diesem Ziel dürften etwaige Nachhaltigkeitsbewertungen der EU-Taxonomie keinesfalls entgegenstehen.

Helmschrott wies in diesem Zuge auf den beachtlichen Aufwand hin, den die nachhaltigen EU-Taxonomie-Richtlinien verursachten: „Wen Personal gebunden wird und damit Kosten steigen, schadet dies letztendlich dem Aufbau von Eigenkapital und damit in letzter Konsequenz unseren Kunden vor Ort.“ Nachhaltigkeit sei schon bei den meisten Unternehmern in der Region verankert, so Helmschrott.

Bei der Frage nach dem Einsatz von Privatkapital zum Vollzug der wirtschaftlichen Transformation betonte der niederbayerische Obmann, dass es zumindest in Niederbayern keinen Privatkapitalmangel gäbe und appellierte an die Politik, in diesem Zuge keinen Wettbewerb zu bestehenden Bankensystemen zu schaffen. Ein Punkt, den auch die Abgeordnete aufnahm: „Wir müssen ein vielfältiges Angebot schaffen, damit die Wirtschaftswende gelingt. Aber nebeneinander, statt gegeneinander!“ Den Einsatz von Privatkapital sehe sie als entscheidend, denn „schließlich kann und sollte der Staat die Transformation nicht alleine finanzieren.“

Herr Helmschrott kritisiert die Bestrebungen der EZB zur Einführung eines Digitalen Euros. Dieser soll Probleme mit Steuermittel lösen, die gar nicht vorhanden sind. Der Nutzen sei nicht klar ersichtlich, jedoch die dagegenstehenden Risiken für die Finanzstabilität klar erkennbar.

In dem Gespräch stellte Helmschrott auch die überaus positive Rolle der niederbayerischen Sparkassen in der Entwicklung der Region hervor und die Vorzüge des deutschen Sparkassensystems hervor: „Was uns auszeichnet, ist die persönliche und multikanale Beratung vor Ort gegenüber der reinen Onlineberatung anderer Banken. Das Vertrauen ist zu unseren regionalen Sparkassen deshalb sehr hoch ausgeprägt. Dazu gehört zum Beispiel auch, dass wir unseren Kunden faire Zinssätze bieten.“

Ein Punkt, den auch Sebastian Prüm zum Schluss aufnahm. Die Sparkasse Passau sei einer der größten Arbeitgeber und Ausbildungsbetriebe in Passau und trüge damit in besonderer Weise zur wirtschaftlichen Entwicklung der Region bei: „Uns Freien Demokraten ist der Austausch gerade mit den regionalen Kreditinstituten enorm wichtig, denn die wissen, wo in der Region der Schuh drückt.“ Diese wichtigen Impulse können dann in die politische Arbeit vor Ort einfließen, so der 24-jährige Jurastudent aus Passau.

 

FDP sucht Austausch mit niederbayerischen Sparkassen, v.l.n.r. Tobias Hofbauer, Nicole Bauer, Sebastian Prüm, Christoph Helmschrott (Foto: MdB-Büro Nicole Bauer)